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Überblick
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Transkript
Dr. Sinning: Wie praxisrelevant sind die Ergebnisse und wie beziehen Sie diese in die Kommunikation mit Kolleg:innen und Patient:innen ein?
Inwiefern sind die Ergebnisse der HUYGENS-Studie aus Ihrer Sicht relevant für die Praxis?Beziehen Sie diese Erkenntnisse in die Kommunikation mit Kollegen und Patienten ein?
Ich persönlich finde die Ergebnisse der Huygens-Studie sehr relevant für unser tägliches Handeln, insbesondere hier in der Kardiologie.
Warum? Weil wir mit der HUYGENS-Studie eine Untersuchung zur Verfügung haben, die eine Bildgebungs-Studie ist und wir in der Kommunikation mit unseren Patientin und Patienten dies durchaus einsetzen können.
Es ist häufig – auch in meiner Sprechstunde – schwierig, den Patienten zu vermitteln, warum der Ldl- Cholesterinwert auf ein bestimmtes Maß abgesenkt werden sollte.
Das ist häufig sehr plastisch, da nur über die Werte zu sprechen. Und wir haben unter anderem mit der HUYGENS-Studie nun etwas in der Hand, wo wir anhand von Bildern – hochauflösenden Bildern, intravaskulärer Bildgebung – den Patienten verdeutlichen können, was diese LDL-Cholesterinsenkung, bei ihren Koronargefäßen, bei ihren möglicherweise bestehenden Plaque, für einen positiven Effekt hat.
Das zweite, was für mich an dieser Studie sehr relevant ist, auch für den täglichen Alltag ist hier nochmal deutlich zu sehen, dass die LDL-Cholesterinreduktion, wenn wir sie in einem ausgeprägteren Maße betreiben als nur mittels Statin, nämlich zum Beispiel unter Einsatz eines PCSK9-Antikörpers, dass diese LDL-Cholesterinreduktion sicher ist. Dass wir uns also in keinem Falle vor, wenn man das so sagen darf, zu niedrigen LDL-Cholesterinwerten fürchten müssen.
Es gibt keine zu niedrigen LDL-Cholesterinwerte. Das bestätigt auch diese Untersuchung wieder eindrücklich. The lower the better würde man im angelsächsischen sagen für das LDL-Cholesterin. Wie gesagt, hier wurden 28 mg/dl in der Behandlungsgruppe erreicht, ohne dass es ein Signal gab für sicherheitsrelevante Ereignisse in der Behandlungsgruppe.
Und die Plaquestabilisierung an sich ist natürlich ein sehr erfreuliches Ergebnis. Plaque stabilisieren, den Plaque in seiner Grösse in die Regredienz treiben, also den Plaque möglicherweise verkleinern durch eine LDL-cholesterinsenkung, weil – und davon bin ich fest überzeugt – wir durch diese Methode dann in der Zukunft weitere kardiovaskuläre Ereignisse bei unseren Patienten nach Herzinfarkt mit größerer Sicherheit, mit größerer Wahrscheinlichkeit und auch Sicherheit verhindern können.
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